Jeder hat Angst. Ich ging heute Morgen zum Fitnessstudio, um ungestört die Indoor Laufbahn zu laufen. Und in den Gesichtern, der neben mir laufenden Leuten konnte ich ganz klar sehen, wie sehr wir uns darum bemühen, keine Angst zu haben. Wir hoffen, dass unsere Angst unbemerkt bleibt und heimlicherweise wundern wir uns, warum wir uns fürchten und diejenigen neben uns, keine Angst zu haben scheinen. Wegen dieser Angst glauben die meisten von uns, dass es tapfer sei, zu leben. Dennoch ist eine tapfere Person nicht völlig angstlos. Tapferkeit besteht nur in der Atmosphäre der Angst. Die wirklich angstlosen Menschen werden nicht aufgrund ihrer Tapferkeit angstlos, so dass sie ihren Ängsten standhalten können, sondern sie werden angstlos, indem sie ihre Ängste akzeptieren und ihre Tapferkeit entgegensetzen. Angstlosigkeit gehört zu Personen, die ihre Ängste ganz wahrnehmen und annehmen können. Liebe ist die Gegenschwingung der Angst. Da wo Liebe ist, gibt es keinen Platz für die Angst. Sie löst sich auf, in der strahlenden Wärme des Lichtes der Liebe. Wenn man die Angst mit der Liebe begegnet… hat die Angst keine Chance.

Selbst das rationale meines Egos ist nicht frei von der Scham oder vom Gefühl, dass dieses Universum etwas bedrohliches für mich ist. Wenn es dir ähnlich geht, dann weißt du, dass es sich manchmal so anfühlt, als wärest du in ein tödliches Schachspiel mit dem Universum involviert. Wir versuchen, dem Universum auszuweichen, es zu überwältigen, zu beschwichtigen, zu bitten, zu verhandeln, weil das Universum nicht zu unserem Verbündeten gehört. Es ist unser Gegner. Und letztendlich sind wir gequält, gegen etwas zu kämpfen das viel größer ist, als wir selbst. Es gibt einfach keine Möglichkeit, diesen Kampf zu gewinnen.

Wenn es wirklich unsere Realität ist, dann haben wir eine furchtbare Beziehung mit dem Universum, in dem wir selbst leben. Und gleichzeitig ist es eine Beziehung, die wir nicht vermeiden können. Das Leben hat etwas terrorisierendes an sich. Denken wir nur an einen Fisch, der im Wasser lebt und fest davon überzeugt ist, dass dieses Wasser ihn ständig zu quälen versucht. Wir fangen an zu glauben, dass es im Leben nur um das Leiden geht. Wir schauen auf all dieses Leiden in der Welt und glauben, dass das Leiden für diese Welt als Beweis dient.

Dieses Glaubensmuster hat seinen Ursprung in den frühesten Erfahrungen unseres Lebens. Seine Wurzeln sind tief in Traumas verwoben. Einige Kinder werden fürsorglich ausgetragen, geboren und großgezogen. Für einige von uns war das nicht der Fall. Einige von uns wurden von den Müttern geboren und großgezogen, die das Universum als bedrohlich empfanden. Und so wurde diese Schwingung bereits im Mutterleib übernommen. Einige von uns haben traumatische Geburtserfahrungen. Andere haben Eltern, die sich wenig um ihre Kinder kümmerten. Als Ergebnis glauben wir, dass wir gegenüber den bestehenden Mächten machtlos sind; Mächte, die sich wenig dafür interessieren, was unser Herz begehrt. Das Leben an sich fängt an, sich als menschenfeindlich anzufühlen.

 

Auch wenn die Erfahrungen, die diese Mentalitätsmuster in unserem Unterbewusstsein hervorbringen, sich unterscheiden, nimmt das häufig vorkommende Trauma, welches dieses Denkmuster zur Folge hat, seinen Ursprung bei einem unserer Elternteile. Die Eltern sollen eigentlich unsere Verteidiger sein. Sie sollen auf unserer Seite stehen. Aber wenn wir mit diesem Denkmuster leben und glauben, dass das Universum gegen uns sei und dass Gott nicht vertrauenswürdig sei, dann bedeutet es normalerweise, dass wir uns so fühlten, als wäre ein Elternteil (oder beide Elternteile) gegen uns. Sehr oft handelten unsere Eltern als Gegner, auch wenn ungewollt, sie verhielten sich in ihrer Fürsprecherrolle uns gegenüber feindlich. Also das ist nicht immer eine böse Dynamik. Nichtsdestotrotz lässt sie uns glauben, dass es diesen Eltern nicht um unser Bestes geht und wir uns trotztdem gut fühlen müssen.

Wenn wir jung sind, betrachten wir unsere Eltern als etwas viel größeres, weiseres, stärkeres und fähigeres als wir es sind. Sie befriedigen unsere Bedürfnisse. Im Wesentlichen sind unsere Eltern für uns Götter. Und dann werden wir erwachsen. Da wir jetzt als Erwachsene leben, werden unsere Götter mehr zu den Göttern, die von etablierten Religionen und Spiritualitäten anerkannt sind. Ein allmächtige Bewusstsein. Denn dieses allmächtige Bewusstsein ist größer, weiser, stärker und leistungsfähiger als wir, und deswegen betrachten wir es als eine Autoritätsfigur. Unser Unterbewusstsein sucht in seiner Kartei nach der gültigen Definition und Erwartungen gegenüber dieser Autoritätsfigur und überlagert sie dann auf das neue Gottes-Konzept. Das ist der Punkt, bei dem du eine Hoffnung hast, dass deine Eltern eher Verteidiger als Gegner für dich sind. Denn wenn deine erste Autoritätsfigur sich als Gegner anfühlte, wird sich Gott für dich auch als Gegner anfühlen. Alles wird im Licht der Feindlichkeit des Universums gesehen.

Die Haltung des Mistrauens gegenüber dem Universum verschlimmert sich nur, wenn du in deinem Leben weiterhin Trauma, Enttäuschung und Schmerz erlebst. Mit jeder Not wird dieser Glauben tiefer und tiefer. Und dieses verstärkt sich immer weiter, wenn du in einer Religion großgeworden bist, in der die Vorstellung von Gott ein strenges und bestrafendes Elternteil wiederspiegelt, den man anflehen soll. Das ist die Konsequenz. Es nützt dann wenig, wenn eines Tages ein Missionar an deine Tür klopft und sagt „Gott liebt dich“. Das spielt dann keine Rolle mehr, welcher spirituelle Guru dir über die Güte des Universums erzählt. Vielleicht möchtest du daran glauben, aber das tust du nicht. Und es gibt ein Mysterium, welches sich in deinem Kopf rumtreibt und dich ständig quält. … „Wenn Gott gütig ist, mich liebt und an meiner Seite steht, warum passierten dann all diese Dinge mit mir? Warum lässt der allmächtige Gott mich so leiden?“. Wir können noch weiter ausholen und diese Fragen in Bezug auf die Dinge stellen, die wir in der Welt beobachten. Wenn Gott allmächtig ist und uns liebt, warum lässt er es dann zu, dass Kinder missbraucht werden, dass Frauen vergewaltigt werden, dass Männer im Krieg fallen, dass Naturkatastrophen passieren und dass die Tiere geschlachtet werden?

Das was wir Gott oder Quelle nannten, befindet sich im Prozess der Selbstverwirklichung, indem unterschiedliche Perspektiven, in deinem Fall unterschiedliche menschliche Perspektiven projiziert werden. Man kann keinen vordefinierten Zustand der Vollkommenheit erreichen. Gott kann keine seiner Aspekte als machtlos betrachten. Wenn du von Gott nicht getrennt bist, sondern als Gottes Erweiterung mit deiner eigenen Vision und freiem Willen lebst, warum sollte Gott an deiner inneren Führung so sehr zweifeln, dass er all das schlechte mit dir passieren lässt? Diese Sachen wären nicht passiert, wenn es keinen Sinn dafür gäbe. Indem wir alle negativen Gefühle als schlecht beurteilen, erkennen wir innerlich, dass sie nicht passiert sein sollten und dass es keinen Sinn dafür gibt. Wir vermissen die Gabe, der eigenen Erfahrung.

Einige Jahre, nachdem uns Enttäuschungen und schmerzvolle Umstände passiert sind, schauen wir zurück und da man hinterher immer klüger ist, können wir ganz klar sehen, wie das, was wir als Weg zu unserem Untergang betrachteten, zum Weg unserer Freiheit und Freude wurde. Wir beginnen, alles was kommt, als unsere Segnung zu betrachten, und zwar insofern, dass wir anfangen, dem Universum in dem wir leben, zu vetrauen statt zu mistrauen. Es ist höchst unfair dir selbst gegenüber, wenn du erwartest, dass du es mitten in den unfairen und tragischen Umständen sehen und verstehen sollst. Also zwinge dich nicht, dankbar für etwas zu sein, wofür du eigentlich gar nicht dankbar bist. Stattdessen sollen wir eine Offenheit zu den Möglichkeiten entwickeln, dass wir eines Tages eine höhere göttliche Bestimmung für alle diesen Dinge sehen werden und dass es anders sein könnte, als wir es erwarten. Es braucht etwas Übung, damit der Glaube, für den wir so viele Beweise haben, verändert wird. Es ist durchaus möglich. Du wirst natürlich nicht von einem Tag auf den anderen aufwachen und sofort die Liebe spüren die das Universums vor dir ausbreitet. Aber du kannst beginnen eine andere Beziehung mit Gott und dem Universum aufzubauen. Du kannst anfangen, die Verbindung des Universums zu dir zu sehen und zu spüren, und dadurch in einem Zustand des vollkommenen Friedens mit dem Universum zu leben. Statt ständig zweifelnd zu fragen „Wenn Gott oder das Universum mich lieben, warum passierten diese schlimmen Sachen mit mir, oder warum passieren sie jetzt?“, können wir mit Neugierde fragen „Angenommen das Universum liebt mich, warum passierten diese Dinge mit mir oder warum passiert es gerade?“.

Heute, nachdem ich mir diese Frage gestellt habe, setzte ich mich vor den Spiegel, so dass ich meine Ängste konfrontieren konnte. Ich ging einen Verbindungsprozess durch (den ich dem Publikum in diesem Jahr enthüllte), dieses Mal war ich alleine. Ich wanderte innerhalb meines Inneren durch die Abgalerungen meiner Schamgefühle und tiefer Trauer zu dem Ort der Schuldlosigkeit. Die Schuldlosigkeit wollte verzweifelt von mir und der Welt anerkannt werden.

Ich habe mich für die Karriere entschieden, wo ich die Verherrlichung desselben Hasses auf mich zog, den ich als Kind empfangen hatte, in der Stadt, wo mein ganzes Wesen eine Beleidigung für Status Quo war. Ich verliebte mich in einen Mann, dessen Kindern beigebracht wurde, mich zu hassen, und zwar von einer Frau, die mich nie gesehen hatte und mich trotzdem so sehr hasste. Ich hörte ihren Gesprächen über mich zu. Ich wusste, dass in einer ignoranten Welt wie diese (die nach der Angstuhr läuft) die Meinung herrscht, dass wenn die Menschen polarisiert sind, müssen sie entweder den einen oder anderen als Objekt ihrer Liebe wählen. In einer ignoranten Welt wie diese wird die Liebe als eine begrenzte Ressource wahrgenommen, wo es bedeutet dass geben gleichbedeutend ist, von einem anderen zu nehmen. Hin und wieder war ich über diese Absurdität des Ganzen sehr wütend. Aber in dieser Wut entdeckte ich, dass ich wirklich Angst habe.

Solltest du glauben, dass etwas mit dir nicht stimmt (wie in meinem Fall) ist es nicht so schwierig, in die Scham abzurutschen. In der Tat passiert es unmittelbar im Gegenzug auf die kleinste Missbilligung. Diesen Morgen beobachtete ich, dass es mich gar nichts kostet, meine eigene Schuldlosigkeit zu vergessen. Es ist sehr einfach, mich ins Gefühl zu versetzen, dass ich falsch und schlecht bin.

Die Realität ist, dass ich wieder zum Sündenbock wurde. Dennoch entdeckte ich diesen Morgen, dass der schmerzhafteste Aspekt dieser Sündenbockrolle nicht die Tatsache ist, dass die anderen dich ausnutzen, um die eigene Verantwortung zu vermeiden. Das Schlimme ist, dass diejenigen von uns, die in die Sündenbockrolle hineinversetzt sind, unterbewusst glauben, dass wir für alles verantwortlich sind. Wir nehmen die Sünden und die Perspektive der anderen über uns auf, als wären sie unsere eigenen. Als Ergebnis gelangen wir in die Spirale der Scham, die wiederum Scham zum Ergebnis hat – bis hin zum Selbsthass. Ich verlor den Sinn meiner eigenen Schuldlosigkeit, als ich mit dem aufwachsenden Hass konfrontiert wurde. Ich wurde berufen, um zu lernen, wie ich den Sinn meiner eigenen Schuldlosigkeit angesichts der vergrößerten Hassausprägung von heute aufrechterhalten soll. Der Sinn unserer eigenen Schuldlosigkeit erlaubt uns in eine Richtung mit unserer Wahrheit zu gehen, wenn etwas, also in diesem Fall die Welt, mit uns nicht einverstanden ist.

Ich kam nicht in diese Welt, um dem Status Quo zu entsprechen. Ich kam, um es zu ändern. Und so ist diese Situation einfach eine der vielen, in denen ich dazu berufen bin, in eine Richtung zu gehen, welche ich für richtig halte, ungeachtet was die Welt um mich herum davon hält. Und ist das was ich fühle richtig? Ich spüre, dass es richtig ist, zu zeigen, dass die Liebe keine begrenzte Ressource ist. Ich habe das Gefühl, dass es richtig ist, die Liebe als einschliessend und nicht als ausschliessend zu betrachten. Ich spüre, dass es richtig ist, nach der Wahrheit zu leben, und dass wenn es um die Liebe geht, wir nicht zwischen einem oder dem anderen entscheiden zu müssen, auch wenn die anderen es uns so sagen.

Wie die anderen, gehe ich durch den alchemischen Prozess der Selbsttransformation. The Great Work of Alchemy wird öfters als eine Folge von vier Etapen beschrieben, die durch die Farben dargestellt sind.

Nogredo, eine Schwärzung oder Melanosis. Das ist Verwesung oder Zerfall. Die Zutaten sollen gereinigt und gekocht werden. Innerlich repräsentiert es eine Art vom geistigen Tod und Konfrontation mit eigenen Schattenaspekten.

Albedo, eine Weißung oder Leucosis. Das weg waschen von Verunreinigungen. Das physische Subjekt (Bestandteil) soll gereinigt und in zwei gegensätzliche Prinzipien geteilt werden. Innerlich repräsentiert es die Wiedergewinnung der urspunglichen Reinheit und Wahrnehmung der Seele. Man wäscht die Asche weg, um die Selle zu entdecken.

Cirtinitas, eine Vergilbung oder Xanthosis. Es bezieht sich auf Transmutation. Das eigentliche Hineinversetzen eines Subjektes (wie Inhaltsstoffes) in den höheren Zustand, wie von Silber zu Gold. Innerlich bedeutet das eine Erwachung, sich zur Seele manifestieren, zu einer Verkörperung der Seele werden, eher als einfach ihre Reflektion. Das ist der Reifungsprozess.

Rubedo, Rotfärbung, Purpling oder Iosis. Rubedo bezieht sich auf den Endzustand. Das ist der alchemische Erfolg, Erreichung des perfekten Zustandes. Das ist die finale Stufe der Vollkommenheit. Das kann man als Erreichung eines erleuchteten Bewusstseins und einer Vereinigung von Geist und Körper interpretieren. Diese Stufe wird öfters durch das Phoenix-Symbol dargestellt.

Die praxis der Alchemie geht viel weiter als Transformation von einfachen Metallen zu Edelmetallen, wobei das universale Heilmittel alles heilt und die Unsterblichkeit erreicht wird. Die endgültige Form der Alchemie ist die transformation von SELBST. Es gibt keine externe Alchemie ohne interne Alchemie. Also:

Nigredo

Wir sind voll von Verwesung dessen, was wir waren.

Der Schatten regnet auf uns nieder

Wir leiden unter allem außer Tod

In dem wiederkehrenden Feuer unserer eigenen Illusion

Wir leiden unter allem außer Tod

In der Hölle unserer Ängste

Bis…..

Albedo

Die Asche weggewaschen,

Um unsere Ursprungsreinheit zu enthüllen

Für alles Schwarze muss es etwas Weißes geben.

Ein Himmel gegenüber der Hölle.

Und so

Hinter den Masken unserer vorübergehenden Identitäten gibt es eine ewige Seele.

Wenn wir die Masken abnehmen…

Citrinitas

Wir finden es

Wir drehen uns um

Von dem, was wir dachten, wir waren

Zu dem, was wir wirklich sind

Und jetzt können wir sehen

Dass das Mondlicht

Kein Sonnenlicht ist

Das ist einfach eine Reflektion.

Wir sind einfach eine Reflektion dessen, was wir wirklich sind.

Wenn wir uns entscheiden, vom Mondlicht zum Sonnenlicht zu wenden

Werden wir tranfsormiert

Wir erwachen

Und wenn wir tun…….

Rubedo

Werden wir zur Verkörperung unserer Seele

Das Sonnenlicht ist alles, was wir sind

Eine perfekte Verbindung von Geist und Materie

Jetzt sind wir Phoenix

Schauen hinunter auf die Asche, die uns verzehrte

Mit Dankbarkeit

Für das, was wir jetzt sind,

nähmlich erleuchtet.

Pin It on Pinterest

Shares