Ich ging auf einem Pfad, der frisch mit Frost bedeckt. Wie kristallklare weiße Algen klammerte sich der Frost an das Schwarze, als wolle er der Intensität der aufgehenden Sonneerfolglos entkommen. Ich konnte Schnee in der Luft riechen. Es ist ein Duft, der drei Tage über der Stadt verweilte. Ein Duft, der mich schon überzeugte, eine diesjährige Saisonkarte für Ski-Tickets zu kaufen. Nun, diejenigen von uns, die dem Schnee angehören, warten auf Winter.

Beim Jogging heute Morgen lief ich an einer alten Scheune vorbei, die in einem, mit Gras bedeckten Tal, seit Hunderten von Jahren steht. Sie blieb wie eine Ikone von der Zeit unberührt. Schicht für Schicht legte sich weiße Farbe auf die Fassade und verstärkte somit die Sehnsucht nach der Vergangenheit welche durch die Holverkleidung drang. Ich hielt an, um sie mir genauer anzuschauen. Wie ein Standfoto, alles war bewegungslos außer einer kleinen Hochzeitsgruppe, die dich zu einem Foto aufstellte. Die Braut war umwerfend, auch aus der Entfernung. Ihr Schleier schmückte ihre glänzenden Locken. Das weiße Kleid schmiegte sich an ihre Kurven bis hin zu dem Punkt wo der Stoff zu boden Fiel und eine Spitzenschleppe bildete.Ich begann an die Ehe zu denken. Tatsächlicht dachte ich den gesamten Heimweg darüber nach.

Letzten Abend hatte ich ein World-Summit-Interview mit einem Mann, der mich bereits mehrmals interviewt hatte. Ein Mann, der mir sehr am Herzen liegt. Ich war schockiert, als ich einen Videoanruf startete und von ihm eine Feidlichkeit mir gegenüberspürte. Im Laufe des sehr rabiaten Interviews erfuhr ich, dass er meine diesjährige Scheidung verurteilte und daher so Feindseelig mir gegenüber war.Ich fand es weniger witzig, wenn Leute ein Urteil fällen ohne alle Fakten aus beiden Seiten zu kennen, besonders wenn Sie darüber urteilen ob es richtig oder falsch war. Emotional war es ein sehr unangenehmes Interview in dem icheine Stunde lang in dem Saft der Veurteilung mariniert wurde. Es war unangenehm zu spüren, wie mein Ego um seinÜberleben schrie „Es ist so unfair“. Aber das Interview hebte ein bestimmtes gesellschaftliches Problem für mich hervor …Moralische Anhaftungen. Wir Menschen sind durch die Moral erobert und beherrscht, wenn wir unbewusst in unserem Wachzustand sind. Wenn wir aber in unserem Wachzustand bewusst sind, zeigt die Moralität den Weg zum Gewissen. Wir kümmern uns zu sehr um die Moral wenn es um Beziehugen geht, insbesondere um die Ehe. Alle von uns haben eine lange Liste an „Dingen die wir tun sollten“, denn sie bezieht sich auf die Richtigkeit und Unrichtigkeit, Verkehrtheit und Gütigkeit sowie schlechtes Verhalten in den Beziehungen. Wir projizieren die moralischen Standards auf die anderen und erwarten, dass diese Standards universell gütlig sind. Scheidung schöpft aus alle moralischen Klischees. Moralische Klischees, die wir nicht in Frage stellen, projizieren wir bloß auf die anderen. So viele von uns glauben unterbewusst, dass Scheidung falsch ist. Oder wenn man mit dem Partner auseinander geht, bedeutet es, dass etwas schief gelaufen ist. Jetzt bekomme ich liebevolle Briefe von den Leuten. Sie schreiben: „ Ich habe dich immer noch lieb und denke, dass du ein toller spiritueller Lehrer bist, auch wenn du 10 mal geheiratet hast.“ Die Phrase “auch wenn“ ist Teil dieser Botschaft und impliziert, dass wenn man 10 Mal heiratet, etwas moralisch gesehen Falsches begeht, und ich trotzdem geliebt und respektiert werde. Die meisten Menschen würden es als Fehler sehen.

Rechtlich ist die Ehe ein Bund zwischen zwei Menschen anerkannt. Nicht mehr und nicht weniger. Der Bund ist eine Verbindungshandlung oder ein Zusammenschluss zweier Dinge mit dem Ziel, eine Einheit zu bilden. Diese Handlung ist ein wunderbarer Beweis für die Welt und für einander. Das ist ein öffentlicher Ausdruck der Intention. Wenn du heiratest, beweist du den Menschen deine Intention, mit der geliebten Person „eins zu sein“. Ich liebe Hochzeiten, weil die Intention ein Kräuseln im Energiefeld hervorruft. Es sind zauberhaft schöne Momente, auch wenn für kurze Zeit. Den Menschen geht es eher um die Liebe als um den Hass, und um die Freude als um den Schmerz.

In der Tat ist es eine kulturelle Moral, dass die Ehe für immer bestehen bleiben MUSS, oder dass jegliche Form der Beziehung für immer dauern soll. Diese kulturelle Moral ist ein Überbleibsel der antiken Religionseinflüsse und sozialer Regeln in der modernen Kultur. Vor mehr als 11 000 Jahren wendete sich die Menschheit von der Jagd zur Landwirtschaft. Das bedeutet, dass wir es nicht mehr nötig hatten, Nomaden zu sein, denn wir haben gelernt, wie man Tiere einzäunt und wie man Lebensmittel anbaut. Das ist der Punkt, an dem das Vermögen zum Konzept der menschlichen Gesellschaft wurde. Das Vermögen musste von den anderen geschützt, anerkannt und respektiert werden. Besitztum lieferte die Idee des Wohlstandes gegenüber der Armut, so wie einem Aufstieg der Wirtschaft. Das war der Punkt, an dem sich Paarbindung eher aus ökonomischen Gründen vollzog. Dabei ging es wenig um die Anziehung. Die Frauen und die Kinder (die geschützt werden mussten) wurden als eine Erweiterung des Besitztums und Wohlstandes angesehen. Eine organisierte Hochzeit wurde zur ersten Form einer Ehe, die von der Gesellschaft anerkannt wurde. Arrangierte Hochzeiten wurde veranstaltet, um den ökonomischen und sozialen Status der Familie sicherzustellen. Diese Form existierte bis zum 19. Jahrhundert; als die Menschen angefangen haben, die Ehe als Verlust persönlicher Freiheit zu sehen, denjenigen zum Partner zu wählen, den man möchte. In diesem Moment wurde die Ehe viel mehr zum Vertrag, der für die Befriedigung psychologischer Bedürfnisse, des persönlichen Glückes und der Stabilität konstruiert wurde.

Heirat ist ein sehr kontroverses Thema in der „geistlichen Welt”. Einige glauben, dass es ein wunderschöner Ausdruck der Liebe sei, die anderen dagegen halten es für eine archaische Einschränkung. Aber der Antrieb, sich mit jemanden zu paaren, ist in unseren DNA eingebettet. Paarbindung ist die primäre soziale Struktur unserer Art. Sie besteht schon seit Tausenden Jahren. Ich bin eigentlich für die Vernichtung aller Dinge, die uns nichts mehr nützen. Aber wenn es um die Ehe geht, bin ich nicht überzeugt, dass es uns nichts mehr nützt. Ich denke, dass Stärkung und Transformation der Paarung zum höheren Ausdruck die heutige Gesellschaft verändern wird.

Normalerweise heiratet man mit der Einstellung, dass die Beziehung mit dem Ehepartner während seines gesamten Lebens bestehen bleibt. Das ist eine wunderbare Einstellung und Intention. Das ist eine, die ich haben würde, wenn ich noch einmal heiraten würde. Aber das kann man nicht versprechen, denn das ist kein Versprechen, das man tatsächlich einhalten kann. Dieses Versprechen fordert zu einer universellen Entwicklung auf. Man sollte sagen „Ich bleibe mit dieser Person trotz meines inneren Führungssystems zusammen, auch wenn dieses Führungssystem mir sagen wird, wir sollten in unterschiedliche Richtungen gehen“. Und sogar mit all diesen Vorsichtsmaßnahmen in der Welt, kannst du nicht wissen, was morgen passiert und in welche Richtung es dich führt. Du kannst versprechen, verheiratet zu bleiben, bis der Tod euch trennt, und das ganze Leben glücklich sein, oder du kannst dich dazu zwingen, verheiratet zu bleiben, egal wie miserabel du dich mit deinem Ehepartner fühlst. Und im Moment deines Todes wirst du mit allem verbunden, du bist in dem Moment mit der ganzen Existenz verheiratet. Auch mit deinen schlimmsten Feinden.

Auf der Oberfläche mag ein Paar aus rechtlichen, sozialen, finanziellen, religiösen, geistlichen, emotionalen oder libidinösen Gründen heiraten. Sobald der Bund anerkannt ist, wird er als Vertrag betrachtet. Es ist dennoch wichtig zu beachten, dass die Ehekonditionen nicht gesetzt sind. Das Paar entscheidet selbst, wie lange die Ehe dauern soll. Die Konditionen, die mit der Ehe einhergehen, entsprechen bestimmten Rechten und Restriktionen. Einige Beispiele solcher Konditionen sind Rechtsansprüche wie: jedes Ehepaar hat das Recht auf die Hälfte des Vermögens; sowie sexuele Restriktionen wie: jedes Ehepaar darf nicht sexuelle Beziehungen mit anderen außerhalb der Ehe haben. Dennoch sind die Konditionen der Ehe, die mit den Rechten und Restriktionen einhergehen, sehr stark von der Kultur beeinflusst, ungeachtet ob diese Konditionen der universellen Wahrheit entsprechen oder nicht.

Hier wird es verkompliziert. Auf dem emotionalen Niveau kann es eine wunderschöne Absicht sein, eigene Sexualität nur für eine Person aufzubewahren und sie ihm zu schenken. Auf dem sozialen Niveau dagegen, kann diese Entscheidung kaum eine sozial bedingte Erwartung sein, das ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als außereheliche Kinder Besitz- und Eigentumsrechte beeinträchtigten. Wenn das der Fall ist, kommt es zu Restriktionen. Es ist wichtig, sich die Ehekonditionen genau anzuschauen. Beide Partner kennen die Erwartungen von einander und so kann jede Kondition der Ehe von beiden Partnern völlig in Frage gestellt werden. Es ist wichtig, sich über die Ursachen dieser Konditionen im Klaren zu sein, statt sie einfach zu akzeptieren.

Aus dem universalen Gesichtspunkt ist alles, was existiert, DU. Das bedeutet, jede Person bist du. Deswegen hat die Ehe ihre gesellschaftliche Funktion eingebüßt, indem wir uns als Art weiter entwickelten. Der Gegensatz der Abgrenzung würde nicht existieren, wenn du eine erleuchtete Perspektive hättest, also würdest du nie denken, dass du eine Einheit benötigst und somit wäre die Paarbindung kein Impuls mehr. Der Wunsch, sich mit den anderen zu paaren, wird verschwinden, wenn die Wahrnehmung des Abstandes sich auflöst.

Du magst dich fragen, warum wird die Ehe angepasst? Warum soll es aus dem universalen Gesichtspunkt gut sein, eine Erfahrung der Paarbindung zu bekommen? Weil Beziehungen gerade Herzstück der Entwicklung sind, und die Erfahrung in Beziehung zu sein, ist immense. Dein Partner wird zu deinem größten Spiegel. Sich für deinen Partner zu engagieren bedeutet sich für das Selbstbewusstsein zu engagieren. Die Perspektive, die mit dem Paar-Sein einhergeht, ist eine immens schwingende Verbesserung gegenüber der Pespektive einer unabhängigen Persönlichkeit. Du MUSST dich insofern enwickeln, dass du über eine lange Zeit mit jemandem sein kannst. Warum? Persönlichkeiten ändern sich, Wünsche ändern sich, Körper werden alt, romantische Liebe verblast und vergeht, Leben liefert uns immernoch Kontraste und keine Beziehung ist frei von Konflikten. Der einzige Weg, zusammen glücklich zu bleiben, ist flexibel und offen , sowie zur besten Version von dir selbst zu werden. Jene Zustände sind höchst spirituell gerichtete Zustände. Die Ehe ist ihre eigene sprituelle Praxis. Wären wir einen anderen Weg in unserer Beziehung gegangen, besonders wenn es schwierig war, hätten wir eine Möglichkeit eingebüßt, zu wachsen, indem wir von unserer eigenen Reflektion zu unseren eigenen Schatten geworden wären. Sie würden uns verfolgen von Partner zu Partner und wir würden zum nächsten und noch nächsten Partner weglaufen, statt unserem eigenen Schatten ins Gesicht zu schauen, und zwar in dem Moment, wenn sie sich in unserem Partner widerspiegeln, und nicht nur Transformation sondern auch Liebe für sie finden. Indem wir uns jemandem anderen für  unserer Ehe anvertrauen, tun wir es letzendlich für uns selbst. Wir praktizieren Liebe und insbesondere Selbstliebe.

Gesetztliche Ehe ist wirklich eine Funktion der Gesellschaft statt der Spiritualität. Deswegen geht es bei der Entscheidung, sich gesetztlich zu heiraten, eher um den Wunsch, sozial und rechtlich anerkannte Ehe zu haben. Und ich, als derjenige, der persönlich geliebt war, kann euch sagen, dass Pärchen unglaublich darunter leiden, dass ihre Ehe gesetzlich nicht anerkannt ist. Immernoch gibt es einen hervorragenden Grund zum gesetzlichen Heiraten. Es wird auch weiterhin einen hervorrgenden Grund zum Heiraten geben, solange keine Regierung existiert. Aber man muss sagen: gesetzliche Ehe öffnet die Tür für potenzielle Rechtsstreitigkeiten und ihre eigenen speziellen Probleme und Leiden.

Die Liebe und Hingabe hat nichts mit der Gesetzlichkeit zu tun. Das ist der Grund, warum ich denke, dass spirituelle Trauung viel wichtiger als eine gesetztliche Zeremonie ist. Das ist eine Möglichkeit, ein gewaltiges Ziel zu setzen, einig zu bleiben und von den anderen für diese Einigkeit unterstützt zu werden. Diese Intention bringt uns zurück zu der ursprüngichen Einheitswahrheit, weswegen die Hochzeit so wunderbar sein kann. Sie erinnert uns alle an unsere wahre Natur, welche die Liebe ist.

Es is wichtig zu verstehen, dass du nicht wissen kannst, was du morgen möchtest. Jede Beziehung liefert Kontraste, die dich dazu bringen, mehr oder etwas anderes zu wünschen. Und wenn der Wunsch entsteht, kann man ihn nicht ignorieren. Das verursacht großes Leiden. Sie werden es nicht schaffen glücklich verheiratet zu bleiben. Die beiden müssen ständig in Tandem bleiben. Wenn die Partner wirklich etwas anderes wünschen und können den Wünschen von einander nicht nachgehen, müssen sie auseinader gehen und kein Vertrag darf sie dann zusammen halten. Das ist kein erleuteter Zustand, deinen eigenen Erwartungen entgegen zu wirken und sich für deinen Partner zu opfern. DAS wird für keinen gut ausgehen und außerhalb des sozial programmierten Menschenbewusstseins wird es nicht als bewunderswerter Charakterzug angesehen.

Aber bevor du durchdrehst und anfängst zu denken, dass es unmöglich ist, jemanden zu finden, der dasselbe wie du möchtet, halte inne und denke an folgendes. Du kannst Wünsche haben und das Universum bitten, bevor du jemanden auf einem romantischen Niveau triffst, dich mit einer Person zu verbinden, die dir passt oder die fähig und bereit ist, in Tandem mit dir über das ganze Leben zu expandieren. Du kannst einfach keine Wünsche haben, die dir nicht eigen sind. Das heisst, wenn du wirklich eine lebenslage Ehe haben möchtest (und wenn du es in deinem Leben zulässt), dann wird das Universum es zulassen und dich mit einer Person zusammenführen, die fähig ist, mit dir zu sein, ohne dass deine Entwicklung in eine vollkommen andere Richtung gedreht wird.

Wir glauben, dass die Liebe zum einzigen Grund werden SOLL, zu heiraten. Du und ich können eigene Gründe dafür haben. Aber die Liebe ist nicht mehr der einzige gültige Grund fürs Heiraten, sozialer Status wurde ebenso zum gültigen Grund fürs Heiraten. Es gibt keinen wirklich falschen Grund fürs Heiraten, denn kein Wunsch kann falsch sein. Wenn du aus finanziellen Gründen heiraten willst, dann ist es gut. Alles ist in Ordnung mit dir. Wenn du heiratest, um sozilen Status zu bekommen, dann ist es auch in Ordnung. Und wenn du aus Liebe heiratest, dann ist es auch gut.Wichtig ist, dass du dir über deine wahren Gründe und Motive bewusst bist. Wichtig ist, dass du dir im Klaren bist, was dein Herz für einen richtigen Grund zum Heiraten hält.Wenn du über deine Gründe nicht sicher bist, dann bist du von den gesellschaftlichen Rahmenbdingungen und unterbewussten Schatten beeinflusst. DU richtest dich nicht mehr nach deiner persönlichenWahrheit. Sei vorsichtig, denn diese Schatten können dich zum Heiraten zwingen, oder davon abhalten.

Der Hauptargument gegen die Ehe ist, dass es eine überaltete Idee ist, die den Liebesausdruck einschränkt… Und nur diejenigen Menschen brauchen sie, die in ihren Beziehungen nicht sicher sind. Schließlich, wenn das, was ich von der Zukunft sah, sich weiter entwickelt, dann kommt unsere Menschenart in den Zustand, in dem das Paarbinden für unsere Entwicklung nutzlos wird. Aber diejenigen, die versuchen, die Ehe als eine Antwort auf die Suche nach Einheit leugnen, versuchen einen Schritt zu überspringen. Sie versuchen normalerweise, diesen Schritt zu überspringen, denn sie sind gegenüber der Ehe nicht resistent. Die Ehe wird als Freiheitsmangel angesehen. Wenn du dich gegenüber der Ehe resistent fühlst, dann wäre es das Beste für dich, mit der Ehe Frieden zu schließen und darauf aus der Pespektive zu schauen: das ist eine potentielle Freiheit für dich, bevor du wirklich weißt, ob es im Einklang mit dir selbst ist, oder nicht.

Unsere Gesellschaft der Paarbindung öffnet nur dann den Weg für eine polyamoröse Gesellschaft, wenn sich sehr viele Dinge innerhalb der Gesellschaft ändern, insbesondere unsere Fähigkeit, harmonische Ehen zu schließen, die auf der Liebe basieren. Die meisten von uns haben es noch nicht erreicht. Die meisten Menschen in heutiger Gesellschaft sind für die Polyamorie noch nicht offen. Selbst die Menschen, die diesen polyamorösen Lebensstil genießen, tendieren dazu, einen Tränenpfad zu hinterlassen. Warum? Denn wir alle etablieren unsere Selbstwertschätzung auf unserer ersten Beziehung. Diese Bindung, die wir an die externe Anerkennung haben, bezieht sich darauf, wie wir als Kinder erzogen wurden. Solange die Methoden, nach denen wir unsere Kinder erziehen, nicht ändert, werden die meisten Menschen in der Gesellschaft von den anderen und ihren Selbstkonzepten abgehängt.

Viele Menschen in der New Age Gesellschaft versuchen, mit den freien Beziehungen zurecht zu kommen, die dadurch begründet sind, dass der Zustand der „freien Liebe“ ein geistiger inspirierender Zustand ist. Mittlerweile fühlen sie sich diesbezüglich furchtbar. Die Realität ist, dass keiner von uns sich selbst wirklich liebt. Und so überspringen wir schon wieder einen Schritt. In der Tat müssen die meisten von uns einen Schritt vornehmen, bei dem wir uns so schätzen, dass wir uns erlauben, jemanden anderen auszuprobieren, der uns und nur uns zu seinem Partner und Gefährten gewählt hat. Wenn du es ausprobieren magst, dann bist du für diese Erfahrung bestimmt und kannst diesen Wunsch nicht ignorieren. Vielleicht nachdem du erfahren hast, was es bedeutet, als einziger Gefährte ganz geliebt zu werden, wirst du und dein Gefährte entscheiden, ob ihr für eine weitere Erfahrung bereit seid oder nicht. Und dann werdet ihr beide vielleicht auch Polyamorie ausprobieren. Oder ihr werdet entscheiden, dass ihr einander liebt und in eurer Liebe sicher und geborgen für den Rest eures Lebens seid.

Die Ehe kann anscheinend Menschensleben zerstören. Die Ehe kann auch Freude und Heilung bringen. Das ist der Grund, warum Eheversprechen folgenderweise lauten sollen „Solange die Entwicklung uns nicht scheidet“. Statt „bis der Tod uns scheidet“. Die Ehe ist sehr einzigartig, denn wir treffen unsere persönlichen Entscheidungen und nehmen das Glück der anderen als unser eigenes auf. Es muss nicht unsere eigene Verantwortung sein, jemanden anderen glücklich zu machen, aber wenn wir jemanden als unseren Partner wählen, ist dessen Glück ein Teil unseres Glücks. Und so bedeutet die Sicherstellung ihres Glückes die Sicherstellung unseres eigenen. Was für eine wunderbare Entscheidung die es zu treffen gilt.

Es ist nichts falsches mit denen die nicht mehr heiraten wollen. Genauso ist nichts falsches mit denen, die sich dafür entschieden haben, zu heiraten. Das ist nur unter der Bedingung, dass beide Entscheidungen ganz bewusst getroffen wurden. Wir müssen unsere archaischen Moralstandards in Frage stellen. Der einzige Weg, die Ehe in der heutigen Welt entwickeln zu lassen, ist die Moralstandards in Frage zu stellen, die wir gegenüber der Ehe haben…. Welche sind deine Standards?

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